SPD Alt-Moabit.

Gemeinsam für ein lebenswertes Moabit!

13. August 2019

Allgemein

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied

Schmerzlichst bedauern wir den Verlust zweier langjähriger Genoss*innen, die in den letzten Wochen leider viel zu früh von uns gegangen sind: Brigitte Sonnenschein, die am 15. Juli im Alter von 71 Jahren von uns gegangen ist sowie Michael Söffner, der im Alter von 61 Jahren am 31. Juli geschieden ist.

Dirk Kröger hat für Brigitte und Michael einige Worte verfasst, um sie in stillem Gedenken zu würdigen und an ihr Wirken zu erinnern:

„Liebe Genossinnen und Genossen,

leider müssen wir Euch eine sehr traurige Nachricht übermitteln.

Über den Mitgliederservice des Berliner SPD-Landesverbandes haben wir erfahren, dass unsere sehr verehrte Genossin Brigitte Sonnenschein am Montag, 15. Juli 2019 nach langer mit großer Tapferkeit ertragener Krankheit im Alter von 71 Jahren in Berlin, im Jüdischen Krankenhaus gestorben ist.

Unser tiefempfundenes Mitgefühl gilt ihrer Familie in Lennestadt und ihren vielen Freundinnen und Freunden.

Brigitte SonnenscheinAls Mitglied unserer Partei vom früheren Regierenden Bürgermeister Berlins Walter Momper geworben, ist Brigitte 28 Jahre eine sehr engagierte politisch überaus interessierte und treue Genossin gewesen.

Vor sieben Jahren stieß Brigitte durch ihren Umzug von Lichterfelde nach Moabit zur SPD Alt-Moabit. Bis zu ihrem Tod war sie fünf Jahre als Beisitzerin Mitglied des Abteilungsvorstandes und vertrat unsere Abteilung als Delegierte bei Kreisdelegiertenversammlungen. Ließ ihre bereits seit längerer Zeit angeschlagene Gesundheit es zu, war sie immer bereit in unserer Abteilung aktiv mitzutun, Eva Högl und Thomas Isenberg bei deren Wahlkämpfen zu unterstützen.

Auch außerhalb der Partei hat sich Brigitte sozial- und kommunalpolitisch engagiert. Vier Jahre war Brigitte als Quartiersrätin in Moabit West aktiv. Im Mittelpunkt ihres Engagements bei der Betreuung der Flüchtlinge in den Moabiter Flüchtlingsunterkünften standen die vielen Kinder, denen sie ihre Aufmerksamkeit schenkte und mit manchen Aufmerksamkeiten beschenkte. Brigittes große Leidenschaft galt der Kultur in allen ihren unterschiedlichen Facetten. Viele Jahre war sie natürlich Mitglied im Kunstverein Tiergarten. Immer wieder erfüllte es sie mit ein wenig Stolz, gemeinsam mit dem deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe am 28. August Geburtstag zu haben. Im Mittelpunkt des Interesses stand besonders die bildende Kunst.

Mit Erfolg studierte Brigitte an der Freien Universität Berlin das Fach Kunsterziehung auf Lehramt. Einige Jahre auch als Lehrerin tätig, wirkte sie im weiteren Verlauf ihres Berufslebens vor allem als sehr versierte, überaus fachkundig agierende Galeristin und Kulturmanagerin. An der Realisierung zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland war sie beteiligt und darüber hinaus als Kuratorin verantwortlich für die Gestaltung entsprechender Kunstbände. Mit besonderer Freude erinnerte sie sich immer wieder gerne an die Durchführung von Kunstausstellungen in der Zeit der politischen Wende in der DDR und im lettischen Riga.

Bei einer dieser Gelegenheiten lernte Brigitte auch den damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin Walter Momper und dessen Ehefrau Anne kennen. Mit ihnen war sie bis zuletzt in inniger Freundschaft sehr verbunden. Sehr gute Kontakte hatte sie auch nach London, wo sie ebenfalls eine Zeit lang beruflich tätig war. Daraus entwickelte sich auch die Bekanntschaft zur britischen Poplegende David Bowie, dem sie bei der Findung seiner Wohnung in der Schöneberger Hauptstraße behilflich war.

Brigitte war mit ihrer liebevoll direkten Art gepaart mit rauer Herzlichkeit auch menschlich eine sehr große Bereicherung für uns und unsere Abteilung.

Ihr Tod ist für uns ein sehr schmerzlicher Verlust, und wir vermissen sie sehr!

Im Angesicht dessen verneigen wir uns vor Brigitte Sonnenschein in großer Dankbarkeit für ihr fast drei Jahrzehnte langes vorbildliches Wirken in unserer Partei.

Die SPD-Abteilung „Alt-Moabit“ wird Brigitte stets ein ehrendes Andenken bewahren!

Abschließend teilen wir Euch mit, dass wir auch in Eurem Namen Brigittes Familie schriftlich kondolieren werden.

Unser Abteilungsgenosse Klaus Ronald Heinze-Schlumpf hatte als ihr Nachbar einen besonders engen Kontakt zu Brigitte. Auch als sie gezwungen war, die letzten knapp zwei Monate ihres Lebens im Krankenhaus zu liegen, hat Ronald sich intensiv um sie gekümmert. Durch ihn habe ich erfahren, dass Brigitte ihre letzte Ruhestätte in ihrem Geburtsort Lennestadt finden wird. Die Urnenbeisetzung fand am Freitag, 9. August 2019 statt.

Immer wieder hat Brigitte Sonnenschein, die so viel Gereiste, auch international aktiv Tätige und sehr gut Vernetze mit großer Liebe und Zuneigung von ihrer sauerländischen Heimat gesprochen.“

 

„Liebe Genossinnen und Genossen,

leider müssen wir Euch noch eine weitere eine sehr traurige Nachricht übermitteln.

Am Mittwoch 31. Juli 2019 ist unser sehr verehrter Genosse Michael Söffner, nach langer Krankheit verbunden mit zahlreichen Krankenhausaufenthalten in den letzten Jahren, im Alter von knapp 61 Jahren in der Berliner Charité gestorben.

Unser tiefempfundenes Mitgefühl gilt allen, die ihm familiär nahe standen, innerhalb und außerhalb der SPD und der AWO in Freundschaft verbunden waren.

Michael SöffnerIm August 1958 in Berlin geboren, ist Michael 1973, im Alter von 15 Jahren, in die SPD eingetreten und war somit fast 47 Jahre Mitglied unserer Partei.

Sein Interesse für die Politik ist bereits in der Schule durch einen sehr interessanten Geschichtsunterricht geweckt worden. Ebenso haben sehr offene Gespräche mit seinem Vater, Jahrgang 1919 und Kriegsteilnehmer, unter anderem über den 2. Weltkrieg, die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Schuld vieler Deutscher daran, aber auch wichtige politische Ereignisse Anfang der siebziger Jahre, wie das Misstrauensvotum gegen Willy Brandt, der Vietnamkrieg und der Militärputsch in Chile, sein politisches Bewusstsein geprägt.

Michael hat einmal von der Reaktion seines Vaters über seinen Eintritt in die SPD erzählt. Dieser sagte: „Ich war zwar nie in einer Partei, aber solange ich lebe, zahle ich für Dich Deinen Mitgliedsbeitrag, denn seit Kriegsende habe ich immer die SPD gewählt.“ Als dann Michael einige Jahre später das erste eigene Geld verdiente, eröffnete er seinem Vater voller Dankbarkeit, den Parteibeitrag von nun an auch selbst bezahlen zu können. Nach der Mittleren Reife und einigen Hilfsarbeiterjobs hat Michael nach seinem Fachabitur auf der Abendschule, erfolgreich ein BWL-Studium absolviert. Finanziert hat er diese Ausbildung mit der Tätigkeit als Taxifahrer.

Während des Studiums war Michael auch im Studentenparlament aktiv. Der Juso-Hochschulgruppe war er aber mit seinen Überzeugungen zu weit links, so dass er sich der Hochschulgruppe der damaligen Alternativen Liste anschloss. Seinem Hochschulabschluss entsprechend hatte Michael verschiedene berufliche Tätigkeiten inne. Viel Freude bereitete ihm die Beschäftigung als Kita-Berater in Brandenburg und als Integrationsberater für Menschen mit Behinderungen. Seit seinem 18. Lebensjahr war Michael Verdi-Mitglied.

Sein erster SPD-Ortsverein nach dem Eintritt in unsere Partei war die Abteilung 4 im Kreisverband Tiergarten; die heutige Abteilung 8 – „Alt-Moabit“.

Durch Wohnumzüge ist er anfangs auch Mitglied in den zwei anderen Moabiter Abteilungen gewesen. In der heutigen Abteilung „Bellevue“ war er Juso-AG-Vorsitzender. Von Beginn an verortete sich Michael als SPD-Linker und ist nach eigener Aussage tief in die Tiergartener Grabenkämpfe von „links“ und „rechts“ verstrickt gewesen. In der früheren Tiergartener Abteilung 6, heute in der Abteilung „Moabit Nord“ aufgegangen, hatte er versucht mit anderen Linken die Abteilung auf „links zu drehen“. Das misslang und Michael und seine Mitstreiter fanden sich erst einmal im politischen Aus wieder. Er selbst wurde als Einziger immerhin zum Unterkassierer gewählt.

Nach einigen Jahren als sogenannte „Karteileiche“ kehrte Michael Mitte der achtziger Jahre durch einen neuerlichen Umzug in seine ursprüngliche Abteilung zurück und reaktivierte dort sein parteipolitisches Engagement. Gemeinsam mit Kurt Zillmann, dem langjährigen Vorsitzenden unserer Abteilung, begründete er einen linken Freundeskreis innerhalb der Abteilung 4.

Als Nachfolger von Kurt Zillmann war Michael von 1992-1996 Abteilungsvorsitzender, er war Beisitzer im Kreisvorstand, langjähriges Mitglied der Kreisdelegiertenversammlung, Wahlkampfbeauftragter der Abteilung.

Von 1992-1999 war Michael auch Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Tiergarten. Er wurde schulpolitischer Sprecher und war dort auch als Fraktionsassistent tätig.

Von 1990-1992 war Michael außerdem der erste und einzige Beauftragte des Kreises Tiergarten zur Unterstützung der Genossinnen und Genossen aus (Alt)-Mitte beim Wiederaufbau sozialdemokratischer Parteistrukturen in dem anfangs noch Ostberliner Stadtbezirk.

Wegen gravierender gesundheitlicher Probleme, unter anderem fünf Herzoperationen, hat Michael in den letzten Jahren seine sehr aktive Arbeit in der Partei stark einschränken müssen. Bis zuletzt wirkte er aber als Revisor auf Abteilungsebene, im SPD-Kreis Mitte und im Landesverband der Berliner SPD überaus gewissenhaft mit. Auch in der AWO, dort fast 30 Jahre Mitglied, war Michael als Revisor auf der Abteilungs-, Kreis- und Landesebene tätig. Viele SPD-Mitglieder hat Michael für eine Mitgliedschaft in der AWO gewinnen können.

Mit dem Tod Michaels ist ein äußert interessantes, ereignisreiches sowie sehr engagiertes Politik- und Parteileben, gepaart mit einer großen Treue aber mitunter auch kritischen Verbundenheit zur SPD, leider viel zu früh zu Ende gegangen.

Ebenso ist Michael menschlich eine sehr große Bereicherung für unsere Abteilung gewesen.

Sein Tod ist für uns ein sehr schmerzlicher Verlust, und wir vermissen ihn sehr!

Im Angesicht dessen verneigen wir uns vor dem Genossen Michael Söffner in großer Dankbarkeit für sein jahrzehntelanges vorbildliches Wirken in unserer Partei.

Die SPD-Abteilung „Alt-Moabit“ wird Michael stets ein ehrendes Andenken bewahren!

Mit solidarischen Grüßen

Dirk Kröger (für den GAV)

stv. Vorsitzender der SPD Alt-Moabit“

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