SPD Alt-Moabit.

Gemeinsam für ein lebenswertes Moabit!

Allgemein

Neujahrsbrunch im Alverdes

SPD Alt-Moabit: traditioneller Neujahrsbrunch an neuem Ort

Am 20. Januar traf sich unsere Abteilung, SPD Alt-Moabit, zu ihrem traditionellen Neujahrsbrunch. 50 Genossinnen und Genossen aus der Abteilung blickten mit ihren Gästen auf das vergangene Jahr zurück und wagten einen Ausblick auf die kommenden Monate, die vor allem durch die Europawahl im Mai geprägt sein werden.

Zu Gast waren neben unserer Bundestagsabgeordneten für Mitte, Eva Högl, unter anderem mit Sonja Kreitmaier und Andreas Hauptenbuchner auch zwei Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte. Ebenfalls der ehemalige Kreisvorsitzende Boris Velter war mit dabei. 

Eva Högl mit Begrüßung

Zu Beginn gedachten wir der Genossin Jutta Butschkau, die im vergangenen Jahr im Alter von 93 Jahren verstorben war. Jutta Butschkau war über viele Jahrzehnte in der Abteilung aktiv und hat sich zeitlebens für die Belange im Kiez eingesetzt.

Ebenfalls traditionell wurden viele Neumitglieder und Zugezogene begrüßt, sowie Heiko Hantschke für vierzig Jahre Mitgliedschaft in der SPD und seinen unermüdlichen Einsatz für die Abteilung geehrt. 

Da das Probierma(h)l im Westfälischen Viertel leider 2018 schließen musste, so dass der traditionelle Brunch erstmals im renovierten „Restaurant Alverdes“ im Kleinen Tiergarten an der Stromstraße stattfand.

gesellige Abteilung

Brigitte Nake-Mann nutzte die Chance und wies die Mitglieder und Gäste auf die Entwicklung dieser Lokalität hin:

„Woher kommt der Name „Alverdes“ für das Restaurant? Wer oder was ist „Alverdes“? Das wussten die wenigsten unter den Neujahrsgästen. Dabei hängt ein großen Porträtfoto von Willy (Wilhelm) Alverdes im neu gestalteten Gastraum, zusammen mit Beispielen und Details seiner Planungen für den Kleinen Tiergarten: Wasserbecken, Blumenbeete, Fontänen, Regenschutz, Rollerbahn und Gartenhöfe.

Willy Alverdes, geb. 1896, war ab 1950 Gartenamtsleiter im damaligen Berliner Bezirk Tiergarten. Der studierte Gartenarchitekt plante den Wiederaufbau des kriegszerstörten und nachkriegsgeschädigten Großen Tiergartens, den Fritz-Schloss-Park auf Trümmerschutt und den Carl-von-Ossietzky-Park auf einem ehemaligen Villengrundstück. Bei allen seinen Planungen hatte er die Erholungs- und Bildungsbedürfnisse der Stadtbewohner im Blick. Im dicht bevölkerten Moabit sollte der Kleine Tiergarten den Anwohnern eine „grüne Wohnstube“ bieten, mit Blick auf Blumen, Wasserspiele und Rasenflächen – so wie Bewohner anderer Stadtviertel ihren privaten Garten genießen können. Auch das „Park Café“ gehörte zur Planungskonzeption von Willy Alverdes, Parkbesucher sollten auch einkehren können.

kleiner Tiergarten am Restaurant Alverdes

Das Gebäude steht zusammen mit dem Kleinen Tiergarten seit 2010 unter Gartendenkmalschutz. Der Pächter des „Park Cafés“, Herr Avni Dogan, musste lange kämpfen, bis er vom Grünflächenamt und Bezirk (vermutlich war auch der Senat beteiligt), die Genehmigung zur Vergrößerung seiner Küche und des Gastraumes bekam. Dabei hatte er von Anfang an angeboten, mit der Erweiterung eine Toilette für Parkbesucher bauen zu lassen und zu pflegen, die vom Park her, ohne Nutzung der Gasträume, zu erreichen ist. Seit Juli 2018 ist das erweiterte Gebäude und die Parkterrasse für Gäste endlich eröffnet.

Wer sich für den Einsatz von Anwohnern und weiteren MoabiterInnen für die Qualitäten des Kleinen Tiergartens im Prozess der Umgestaltung mit Bundes-und Landesmitteln interessiert (2010 – 2018) , wird u.a. hier fündig:

(B. Nake-Mann, 20.01.2019)

_____

Weitere Informationen:

Allgemein

Frohe Weihnachten!

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Berlinerinnen und Berliner, wir wünschen Euch schöne Festtage und ein besinnliches Weihnachtsfest sowie einen Guten Rutsch ins neue Jahr!

Wir sehen uns 2019 und freuen uns auf Eure Teilnahme sowie Euer Interesse!

  • am 20. Januar 2019 zum Neujahrsbrunch
  • am 31. Januar 2019 zur Mitgliederversammlung
  • weitere Termine und Details folgen zeitnah auf der Homepage, per Mail und auf Facebook

Wer nicht SPD-Mitglied aber interessiert an einer Teilnahme und an unserem Engagement in Moabit ist, ist herzlichst eingeladen, eine E-Mail an info@spd-altmoabit.de für weitere Informationen zu senden.

Mit solidarischen Grüßen

Allgemein

Stolperstein Neuverlegung für Karl Bublitz in der Dortmunder Straße

Die SPD Alt-Moabit hat seit vielen Jahren die Patenschaft für den Stolperstein von Karl Bublitz in der Dortmunder Straße 2 in Berlin-Mitte übernommen. Bei Bauarbeiten war dieser entfernt und leider nicht wieder eingesetzt worden. Nun wurde er am 3. September durch den Künstler Gunter Demnig neu verlegt.

Anlässlich der Aktion, bei der gut 30 Bürgerinnen und Bürger sowie ein holländisches TV-Team anwesend waren, erinnerte der stellvertretende Abteilungsvorsitzende Dirk Kröger in einer Rede am 3. September 2018 an den Berliner Stadtverordneten Karl Bublitz und die Hintergründe der Stolpersteinverlegung:

„Sehr geehrter Herr Demnig, als Initiator der Stolpersteinverlegungen,

sehr geehrte Frau Bianchi, als Mitarbeiterin von Stolperstein e.V.,

sehr geehrte Frau Zipprich,

sehr geehrte Frau Braun als Vertreterinnen der Hausgemeinschaft, Dortmunder Str. 2,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Genossinnen und Genossen!

Im Namen der SPD Alt-Moabit begrüße ich Sie bzw. Euch sehr herzlich und danke für das morgendliche Erscheinen zur neuerlichen Verlegung eines Stolpersteins für Karl Bublitz, bis zu seiner Verhaftung 1944 wohnhaft in der Dortmunder Straße 2.

Von 1921-1933 war Karl Bublitz Mitglied der SPD-Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung und hat dort die Menschen aus dem Bezirk Tiergarten vertreten. Er war somit einer der Vorgänger des heutigen Tiergartener SPD-Wahlkreisabgeordneten Thomas Isenberg. Thomas Isenberg bedauert es außerordentlich, heute nicht hier sein zu können. Aber just zu diesem Zeitpunkt findet eine Gesundheitsausschusssitzung des Berliner Abgeordnetenhauses statt. Er lässt Sie bzw. Euch sehr herzlich grüßen.

Vor 10 Jahren standen wir gemeinsam mit Herrn Gunter Demnig hier schon einmal zur ersten Stolpersteinverlegung in Erinnerung an Karl Bublitz. Unser Ortsverein hat damals sehr gerne das Angebot von Stolperstein e.V. angenommen, die Patenschaft für den Stein zu übernehmen.

Die Adresse Dortmunder Str. 2 gab es allerdings zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wieder. Erst mit dem Abriss eines Kitagebäudes und durch die Neubebauung des Grundstückes Dortmunder Straße/Ecke Bochumer Straße mit einem Wohnhauskomplex ist die Adresse wiederentstanden. Die Sanierung der Dortmunder Straße, der entsprechenden Gehwege zusammen mit einer ausgeprägten Neubepflanzung von Straßenbäumen im letzten Jahr ist sehr wahrscheinlich die Ursache für den Verlust des 1. Stolpersteins. Eine wochenlange Suche danach hatte leider keinen Erfolg.

Ich danke an dieser Stelle dem Bezirksamt Mitte sehr herzlich, dass es die Verantwortung für den Verlust übernommen hat.

Rede von Dirk Kröger, SPD

VERLEGEORT BEZIRK/ORTSTEIL VERLEGEDATUM

Dortmunder Str. 2 Mitte – Moabit Juli 2008 / September 2018

Hier nun die Biografische Zusammenstellung über Karl Bublitz, die ich den Informationen von Aktives Museum Berlin e.V. entnommen habe:

  • GEBOREN wurde Karl Bublitz am 19.01.1882 in Posen / Poznań
  • Sein erlernter BERUF war Kaufmann.
  • Karl Bublitz war von 1921 – 1933 Berliner STADTVERORDNETER.
  • Zuerst auf Stadtwahlvorschlag der USPD, in den darauffolgenden Jahren auf Vorschlag der SPD.
  • Von 1926 – 1933 auf Vorschlag der SPD vertrat Karl Bublitz den Wahlkreis 2 im Bezirk Tiergarten in der Berliner Stadtverordnetenversammlung
  • VERHAFTET am 22.08.1944 in Berlin
  • INHAFTIERT ab August 1944 bis Januar 1945 im KZ Sachsenhausen
  • ERMORDET (mglw. bereits) im Januar 1945 im KZ Sachsenhausen

Der kaufmännische Angestellte Karl Bublitz heiratete 1907 die Jüdin Klara Jacob, die eine Schwester von Mathilde Jacob, Rosa Luxemburgs Sekretärin, war. Er wurde 1910 Geschäftsführer beim Zentralverband der Angestellten, einer Gewerkschaft. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg trat er in die SPD ein, wechselte 1917 zur USPD und kehrte 1922 zur SPD zurück. 1929 fand er eine Anstellung beim Berliner Arbeitsamt Nord. 1933 wurde er als Stadtverordneter wiedergewählt. Nach dem SPD-Verbot vom Juni und der Verordnung zur Sicherheit der Staatsführung vom Juli 1933 wurde ihm das Mandat entzogen und die Tätigkeit als Stadt- und Bezirksverordneter verboten. Bublitz verlor auch seinen Vorstandsposten bei der AOK der Stadt Berlin und seine Stelle als Direktor des Arbeitsamtes. Zunächst machte er sich selbständig und eröffnete ein Holzgeschäft an der Gotzkowskybrücke, das er aber 1937 aufgeben musste. Danach arbeitete er als Versicherungsangestellter. Im Zuge der Aktion „Gewitter“ wurde er am 22.8.1944 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen gebracht.

Sein Sohn Felix Bublitz beschreibt 1958 die Verhaftung so:

„Karl Bublitz wurde am 22. August 1944 von zwei Kriminalbeamten festgenommen und mit der Straßenbahn 44 zum Polizeipräsidium am Alexanderplatz gebracht. Bis zum Eingang Kaiserstraße habe ich ihn begleitet und dort das letzte Mal gesehen. Mit den Namen der Beamten und der Nummer des Haftbefehls kann ich Ihnen leider nicht dienen. […] Mein Vater schrieb dann später aus dem KZ Sachsenhausen. Der letzte Brief war von Anfang Februar 1945. Die Schutzhaftnummer war 93040, Block 34. Er soll im Februar 1945 mit dem Zuge nach Bergen-Belsen gebracht worden sein.“

Also Anfang Februar 1945 erhielten seine Frau und sein Sohn Felix, der als „Mischling“ seit 1944 zur Zwangsarbeit verpflichtet war, den letzten Brief von Karl Bublitz aus Sachsenhausen. Danach verliert sich seine Spur. Es kam nur noch ein Zettel, unterschrieben von einem SS-Hauptscharführer aus der Poststelle von Sachsenhausen: „Das hier für Karl Bublitz abgegebene Packet ist nicht zustellbar und ist bis 17.2.1945 auf der Poststelle abzuholen, ansonsten der Inhalt dem Schutzhaftlager zur Verteilung übergeben werden muss.“ Nach dem Tod seiner Mutter wanderte Felix Bublitz 1950 nach Australien aus. Immerhin hat die Familie nach Ende des Krieges für entgangene Einkommensverluste noch eine Entschädigung erhalten.

 

Verlegung durch Gunter Demnig

Mit Stolpersteinen an die vielen Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, und damit auch darauf aufmerksam zu machen, welchen menschlichen Verlust wir durch die Vertreibung und Ermordung so vieler Menschen erlitten haben, ist für mich eine der großartigsten politischen Ideen überhaupt.

In Zeiten des Wiedererstarkens von Rassismus, völkischem Nationalismus und unverschämtem Geschichtsrevisionismus in der Bundesrepublik Deutschland, hat die Einsetzung von Stolpersteinen als Zeichen gegen das Vergessen an Bedeutung noch massiv hinzugewonnen.

Mit der Übernahme der weiteren Patenschaft auch für diesen Stolperstein dokumentieren wir, dass der hiesige SPD-Ortsverein, die Abteilung Alt-Moabit, den Genossen Karl Bublitz als Sozialdemokraten, vor allem aber als eines der vielen Opfer des barbarischen deutschen Faschismus, niemals vergessen wird, und wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“

gez. Dirk Kröger, stv. Vorsitzender der Abteilung 8 – Alt-Moabit, SPD-Kreis Mitte

 

Mehr zu der Aktion „Stolpersteine“ unter: www.stolpersteine.eu